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10. Juli 2000, Nordwest-Zeitung Oldenburg
NWZ: Herr Professor Ahrens, der Wissenschaftsminister schwärmt von diesem neuen Studiengang, der FH-Präsident auch - was macht Hörtechnik/Audiologie europaweit so einmalig?
Ahrens: Das ist die Verbindung von technischen mit medizinischen Aspekten der Audiologie, etwa Elektrotechnik und digitale Signalverarbeitung mit der Physiologie des Ohres. Wer dieses Studium beginnen will, der muss zuvor ein sechsmonatiges Praktikum in zwei Bereichen absolviert haben: vier Monate bei einem Hörgeräteakustiker und zwei Monate in einer Hals-Nasen-Ohren-Klinik.
NWZ: Mit diesem Angebot reagieren die Hochschulen auf großen Bedarf des Marktes; was tut sich denn da?
Ahrens: Wir erleben eine sehr rasante technische Entwicklung , weil an die Qualität des Hörerlebnisses immer höhere Anforderungen gestellt werden. So macht beispielweise die Digitalisierung keinen Halt vor der Audiotechnik, und hochwertige Klangereignisse sollen per Handy aufgenommen werden. Die andere Seite der Medaille ist, dass in Deutschland und den Nachbarländern etwa 14 Prozent der jungen Leute einen behandlungsbedürftigen Hörverlust haben.
NWZ: Absolventen des Studiengangs haben also hervorragende Berufsaussichten?
Ahrens: Das kann man wohl sagen. Bei einer Umfrage haben wir jedenfalls sehr positive Antworten gehört. Die Wirtschaft hat Arbeitsplätze für insgesamt etwa 80 Absolventen angeboten.
NWZ: Nicht zuletzt deshalb, weil die Ausbildung sehr praxisnah sein soll ...
Ahrens: ... ja, denn es gibt einen Verbund mit dem Kompetenzzentrum HörTech der Arbeitsgruppe Medizinische Physik der Uni Oldenburg und dem Hörzentrum Oldenburg und dadurch mit dem Evangelischen Krankenhaus.
NWZ: Welche Studienabschlüsse sind möglich?
Ahrens: Der Studiengang ist konsekutiv: Das heißt, nach vier Jahren kann man ein ganz normales FH-Diplom machen und nach nur einem weiteren Studienjahr an der Uni Oldenburg ist der Abschluss als "Master of Science" möglich - damit stehen alle weiteren akademischen Optionen offen.
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