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14. Februar 2001, Nordwest-Zeitung Oldenburg
Von Thomas Haselier
In Oldenburg wird heute das Kompetenzzentrum „Hörtech“
eröffnet; Fragen dazu an den Sprecher des Zentrums, Professor
Dr. Dr. Birger Kollmeier (Uni Oldenburg, medizinische Physik).
NWZ : Herr Professor Kollmeier, Bund und Land legen sich mächtig für
das neue Kompetenzzentrum ins Zeug. Wie muss man Hörtech einordnen?
Kollmeier: Hörtech ist sicher ein Kompetenzzentrum von nationaler, in
manchen Forschungsbereichen auch weltweiter Bedeutung. In seiner Struktur ist
es etwa so einzuordnen wie das Informatikzentrum Offis . . .
NWZ : . . . das heißt, auch Hörtech pflegt enge Verbindungen zur Wirtschaft.
Kollmeier: Ja, wobei das nur ein Teilaspekt ist. Selbstverständlich nimmt
die Auftragsforschung einen großen Raum ein. Aber Hörtech beschäftigt sich auch
mit Grundlagenforschung und mit gesundheitsökonomischen Gesichtspunkten, was
dadurch dokumentiert wird, dass auch die Krankenkassen mit im Boot sitzen.
NWZ : In der Entwicklung der Hörgeräte hat es in den vergangenen Jahren
einen atemberaubenden Fortschritt gegeben. Welchen Anteil daran hat die Oldenburger
Forschung?
Kollmeier: Einen nicht unerheblichen. An der Universität Oldenburg wurden
die Grundlagen dafür geschaffen, dass die immer kleineren und leistungsfähigeren
Hörgeräte auch den Menschen helfen. Vor etwa einem Jahr kam ein Hörgerät auf
den Markt, das vollständig nach der „Oldenburger Lehre“ konzipiert wurde. Neben
seiner hohen Leistungsfähigkeit lässt sich dieses Gerät, weil es bisher am konsequentesten
dem menschlichen Gehör nachempfunden ist, besonders gut den individuellen Hörbedürfnissen
anpassen.
NWZ : Eigentlich dürfte es das Oldenburger Kompetenzzentrum gar nicht
geben, haben Sie einmal gesagt . . .
Kollmeier: . . . normalerweise sind solche Zentren an eine medizinische
und eine Ingenieurfakultät gekoppelt. Beides hat Oldenburg bekanntlich nicht.
Weil wir aber bereits wissenschaftliche Vorleistungen erbracht hatten und sich
die Krankenhäuser beteiligten, hat es diese Ausnahme gegeben. Wie man sieht,
mit einigem Erfolg. Ich sage oft scherzhaft, 80 Prozent der Entwicklungsabteilungen
der weltweiten Hörgeräteindustrie werden von Absolventen der Oldenburger Uni
kontrolliert. So hoch ist tatsächlich ihr Anteil in führenden Positionen der
Entwicklungsabteilungen. Heute gehören alle großen Firmen weltweit zu unseren
Kunden, wenn es um kommerzielle Forschung im Hörzentrum geht.
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