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15. Februar 2001, Nordwest-Zeitung Oldenburg

Auch international unüberhörbar

Fachleute bescheinigen dem Kompetenzzentrum HörTech in Oldenburg Weltgeltung

Von Rainer Rheude

Oldenburg. Rund zwölf Millionen Deutsche müssten eigentlich ein Hörgerät tragen, weil sie an einer behandlungsbedürftigen Hörstörung leiden; doch nur etwa zweieinhalb bis drei Millionen besitzen ein Hörgerät, und bei weitem nicht alle nutzen es. Denn noch immer sei die Akzeptanz von Hörgeräten gering, eines zu tragen ein „Stigma“, sagt Professor Dr. Dr. Birger Kollmeier, Sprecher des Kompetenzzentrums HörTech an der Universität Oldenburg, das gestern eröffnet wurde. Eine der Hauptaufgaben dieser Forschungsstätte ist es deshalb, „kleinere, intelligentere und komfortablere Technik an den Patienten zu bringen“. Wobei Kollmeier schon als Hörschaden definiert, wenn ein Mensch verschiedene Geräusche nur „verwaschen und undeutlich wahrnimmt, also wenn zum Beispiel jemand nicht gleichzeitig dem Fernseher und seiner Frau zuhören kann“.

Von einem „Riesenmarkt“, der sich da vor den zwölf festen Mitarbeitern des Zentrums auftut, war gestern mehrfach die! Rede. Wissenschaftsminister Thomas Oppermann nannte HörTech, das vom niedersächsischen Wissenschafts- (4,8 Millionen DM) und Wirtschaftsministerium (1,6 Millionen DM) sowie vom Bundesforschungsministerium
(7,5 Millionen DM) gefördert wird, ein „Modellprojekt für eine anwendungsorientierte Wissenschaft“. Für Uni-Präsident Professor Dr. Siegfried Grubitzsch ist es ein „Paradebeispiel dafür, wie durch Interdisziplinarität wissenschaftliche Höchstleistung erreicht werden kann“.

In Einzelprojekten beschäftigen sich die zwölf Mitarbeiter des Zentrums mit der Grundlagenforschung ebenso wie mit der Entwicklung und Produktion von Hörgeräten bis hin zu deren Anpassung; unter der Federführung der Universität Oldenburg sind elf Partner aus Forschung und Lehre und der Industrie vereint. Von Siemens-Vertreter Dr. Roger Radke (Erlangen) kam gestern auch die höchste Lobpreisung, indem er dem Zentrum Weltgeltung bescheinigte. Tatsächlich ist HörTech, das sich im Vorjahr beim Wettbewerb „Kompetenzzentrum Medizintechnik“ des Bundesforschungsministeriums erfolgreich durchgesetzt hatte, in Deutschland konkurrenzlos, stellt sich aber selbstbewusst dem internationalen Vergleich. Kollmeier: „Wir müssen die Konkurrenz nicht fürchten.“

Informationen auch unter www.hoertech.de

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letzte Änderung: 15.02.2001