Kollmeiers Forschungsarbeiten zielen auf neue Erkenntnisse zur Sprachübertragung
von Handys und auf die Verbesserung von Hörgeräten. Der
Alcatel-Forschungspreis ist
eine der höchsten Einzelauszeichnungen für außerindustrielle Forschung.Die
Stiftung begründete die Vergabe an Kollmeier mit dessen wegweisendem Gesamtschaffen
auf dem Gebiet der Hörforschung. Der Physiker und Mediziner leiste einen
entscheidenden Beitrag zur Umsetzung von Grundlagenforschung in praktische
Anwendung. Er mache das Wissen über den menschlichen Hörvorgang für technische
Anwendungen im Bereich der Kommunikation nutzbar.
Kollmeier hat in der Grundlagenforschung gewonnene
Erkenntnisse über die Vorgänge im menschlichen Gehör und Gehirn in Form von
quantitativen Modellen zusammengefasst. Diese können in der computergestützten
zwischenmenschlichen Kommunikation und in der Mensch-Maschine-Kommunikation
eingesetzt werden. Die Optimierung der Sprachübertragung bei Mobiltelefonen
und effizient arbeitende intelligente Hörgeräte sind praktische Anwendungsbeispiele
hierfür.
Kollmeier ist seit 1980
der 23. Preisträger der Alcatel SEL Stiftung. Zurzeit verbringt er ein Forschungssemester
an der Berkeley University in Kalifornien. Der 1958 geborene Wissenschaftler
studierte Physik und Medizin in Göttingen. Nach Promotionen in beiden Fächern
habilitierte er sich 1991 in Physik. 1993 folgte er einem Ruf an die Universität
Oldenburg, wo er als Professor für Physik/Experimentalphysik unter anderem
die Arbeitsgruppe Medizinische Physik aufbaute. Kollmeier ist Gründer und
wissenschaftlicher Leiter des Oldenburger Hörzentrums. Außerdem ist er Sprecher
des Europäischen Graduierten Kollegs Neurosensorik und des Kompetenzzentrums
"Hörgeräte-Systemtechnik (Hör-Tech)" sowie Initiator des gemeinsamen Studiengangs
Hörtechnik und Audiologie an der Universität Oldenburg und der Fachhochschule
Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven.
Kollmeier
wurde bereits mehrfach wissenschaftlich ausgezeichnet. Er erhielt unter anderem
1990 den Ernst-Preuss-Preis der Medizinischen Fakultät Göttingen und 1995
den Lothar-Cremer-Preis der deutschen Gesellschaft für Akustik (DEGA).