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Dem Geheimnis des Gehörs auf der Spur
Oldenburger "Haus des Hörens" ist einmalig auf der Welt

Wenn das Gehör gut funktioniert, denken wir nicht darüber nach, wie wertvoll es ist, gut hören zu können. Wer jedoch schwerhörig ist, der wünscht sich seine einstige Hörfähigkeit zurück. Denn Hörgeräte können bei weitem nicht das leisten, was das menschliche Gehör kann. Birger Kollmeier, Physiker und Mediziner zugleich, hat eine Vision: Er möchte ein Hörgerät entwickeln, das dem menschlichen Gehör möglichst gleichkommt.

„Das ist ein weites Ziel“, sagt er. „Ob ich das je erreichen werde, weiß ich nicht.“ Aber er ist auf dem besten Weg. Der 44-Jährige ist weltweit eine Kapazität auf seinem Gebiet. Immer wieder haben andere Universitäten im In- und Ausland versucht, ihn abzuwerben. Doch bislang konnten das Land und die Universität Oldenburg das verhindern. Zuletzt mit dem Bau des „Hauses des Hörens“, in deren Zentrum die Verbesserung der Möglichkeiten zur Hördiagnostik und Rehabilitation hörgeschädigter Menschen durch anwendungsorientierte  audiologische Forschung, Spezialdiagnostik und Therapie von Hörstörungen steht.

Moderne Geräte

Dort wird nicht nur in enger Zusammenarbeit mit der Universität  geforscht, dort gibt es auch eine Patientensprechstunde, die äußerst beliebt ist. Kein Wunder, verfügt die Einrichtung schließlich über modernste Diagnostikgeräte, optimal ausgebildetes Personal und modernste Methodik. „Wir stellen keine Konkurrenz weder für Hörgeräteakustiker noch für Ohrenärzte dar, stellt Birger Kollmeier klar, der auch das „Haus des Hörens“ leitet. „Wir sind nur bei der Diagnostik behilflich. Außerdem müssen unsere Patienten unsere audiologische Spezialberatung aus eigener Tasche bezahlen.“


In der Patientensprechstunde im „Haus des Hörens“ zeigt und erklärt eine Hörgeräteakustikerin den Patienten die neuesten Hörgeräte. Foto: zb

Die audiologische Spezialberatung wird vier Monate nach der Eröffnung des „Hauses des Hörens“  sehr intensiv in Anspruch genommen. Es wird bereits über eine erweiterte Sprechstunde nachgedacht. In der weltweit einmaligen Einrichtung stehen Diagnostikgeräte, die Birger Kollmeier zusammen mit seinen Kollegen aus der Arbeitsgruppe Medizinische Physik am Fachbereich Physik entwickelt hat.

Bestimmte Prototypen findet man auch an den Unikliniken in München und Hamburg wieder sowie am Evangelischen Krankenhaus in Oldenburg, mit dem Birger Kollmeier seit Jahren eine enge Zusammenarbeit pflegt.

Die interdisziplinäre Arbeitsgruppe erforscht die Funktionsweise des Hörens und der Sprache sowie Prozesse der medizinischen Signalverarbeitung im menschlichen Gehirn. Zu den Schwerpunkten zählen die Psychoakustik, die klinische Hördiagnostik und die Physik der Sprache und der Sprachwahrnehmung. Durch die interdisziplinäre Forschung konnten in der Vergangenheit wichtige Erkenntnisse über das menschliche Gehör herausgefunden werden. 

Ungeliebte Helfer

Sie sind notwendig, um ein ideales Hörgerät zu entwickeln, das Schwerhörige akzeptieren. „Rund 10 Millionen Menschen in Deutschland sind schwerhörig. Aber nur eine Million tragen ein Hörgerät. Hörgeräte leiden unter einem Imageproblem und unter technischen Problemen“,  sagt er. „Wer eine Brille trägt, ist schlau, wer ein Hörgerät trägt, ist dumm.“

Hörgeräte liegen unter anderem deshalb in der Schublade, weil ihre Träger den so genannten Cocktail-Effekt nicht ertragen. Sobald mehrere Personen sprechen, wird es für sie unangenehm. Im Gegensatz zu Schwerhörigen kann ein intaktes Gehör auch störende Geräusche filtern.


Von der Arbeitsgruppe Medizinische Physik selbst entwickelte und gebaute Geräte testen die Hörleistung der Patienten. Foto: zb

Das „Haus des Hörens“  arbeitet intensiv mit der Hörgeräteindustrie zusammen mit dem Ziel, optimale Hörsysteme zu entwickeln. Patienten und Probanden sind bei diesem Entwicklungsprozess behilflich. Sie tragen die neu entwickelten Geräte, ehe sie beim Hörgeräteakustiker gekauft werden können. „Es kommt oft vor, dass die Testpersonen die Geräte behalten möchten“,  berichtet Birger Kollmeier.

Das „Haus des Hörens“  arbeitet intensiv mit der Hörgeräteindustrie zusammen mit dem Ziel, optimale Hörsysteme zu entwickeln. Patienten und Probanden sind bei diesem Entwicklungsprozess behilflich. Sie tragen die neu entwickelten Geräte, ehe sie beim Hörgeräteakustiker gekauft werden können. „Es kommt oft vor, dass die Testpersonen die Geräte behalten möchten“,  berichtet Birger Kollmeier.

 


zb

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